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Auf den Spuren von Jane Goodall
Projektbeschreibung

Der Gombe und der Mahale Nationalpark am Tanganyika See sind das natürliche Habitat großer, frei lebender Schimpansenpopulationen. Ziel des Jane Goodall Institutes ist es, den im Moment noch isoliert liegenden Gombe Nationalpark durch einen biologischen Korridor mit den Populationsgebieten im benachbarten Burundi zu verbinden, um den Lebensraum der Schimpansen zu erweitern und die Überlebensfähigkeit der Population durch eine langfristige Erweiterung des Genpools zu stärken. In Zusammenarbeit mit den an den Gombe Nationalpark angrenzenden Dorfgemeinschaften sind daher in den letzten Jahren Flächennutzungspläne entwickelt worden, die einen Teil der Gemeindeländereien offiziell als Schutzwald ausweisen. Diese Waldgebiete liegen in den Wassereinzugsgebieten der Dörfer und sollen nicht nur die dörflicheTrinkwasserversorgung sichern, sondern in Zukunft gemeinsam einen grünen Korridor bilden. Dieser wird, wenn die Pläne eingehalten werden, vom Gombe Nationalpark bis an die tansanische Landesgrenze reichen.

Trotz der offiziellen Festschreibung von Schutzzonen sowie der vielfältiger Aufforstungs- und Aufklärungsbemühungen steht der vorhandene Baumbestand der Region jedoch unter gewaltigem Verwertungsdruck. Rodungen reduzieren kontinuierlich den ohnehin stark zurückgegangenen Baumbestand. Besonders betroffen sind davon Harthölzer. Sie werden am Tanganyika See traditionell für den Bootsbau verwendet.

Alternativen zur Abholzung regionaler Harthölzer

Schätzungsweise 10.000 Boote werden auf dem See alleine von Tansania aus für Transport und Fischerei betrieben, viele davon in der Region um Kigoma, unweit des Gombe Nationalparks. Außer Tansania sind noch die Demokratische Republik Kongo, Burundi und Sambia Anrainerstaaten des Tanganyika Sees. Die Anzahl der insgesamt genutzten Holzboote dürfte daher noch sehr viel höher sein. Mehr als 99 Prozent aller Boote werden aus lokalem Hartholz gebaut, das in den an den See grenzenden Regionen geschlagen wird. Durch die Abholzung geht nicht nur der natürliche Lebensraum der dort heimischen Tierwelt verloren, sondern die verheerenden Folgen reichen vom starken Verlust der Artenvielfalt über die Störung des regionalen Wasserhaushaltes bis hin zu massiver Bodenerosion.

Da die traditionellen Hartholzboote im Süßwasser schnell verrotten, muss bereits nach wenigen Jahren ein großer Teil der Beplankung ersetzt werden. Die Lebensdauer eines Bootes beträgt daher trotz ständiger Instandhaltungsmaßnahmen durchschnittlich nur etwa acht Jahre. Jedes Jahr wird allein in Tansania Hartholz für den Bau von mehr als 1000 neuen Booten und die Neubeplankung von etwa 2000 Booten benötigt. Das dafür benötigte Holz wird mangels einer Alternative trotz der beschriebenen Folgen in den Uferbereichen des Sees geschlagen.

Im Betrieb sind die traditionellen Hartholzboote zudem durch den hohen Treibstoffverbrauch sehr teuer. Das verwendete Holz besitzt bereits ein sehr hohes Eigengewicht und zieht durch kleine Leckagen meist zusätzliches Wasser, was das zu bewegende Gesamtgewicht zusätzlich erhöht. Der hohe Treibstoffverbrauch ist auch deshalb sehr bedenklich, weil die Boote fast ausnahmslos durch Außenbordmotoren mit Zweitaktergemisch betrieben werden. Diese Motoren, die ursprünglich für Sportboote entwickelt wurden, sind teuer in der Anschaffung und besitzen einen geringen Wirkungsgrad. Darüber hinaus wird von dem verwendeten Öl-Benzin Gemisch nur der Benzinanteil verbrannt, während der Ölanteil in die Umwelt gelangt und das Seewasser belastet.

Ziel der Projektunterstützung ist es, eine Alternative zur der die natürlichen Ressourcen vernichtenden Praxis des Bootsbaus aufzuzeigen und aktiv zu fördern. So soll der Abholzungsdruck auf die regionalen Harthölzer verringert werden, der fortschreitende Verlust von Waldfläche eingedämmt werden und der natürliche Lebensraum für die heimische Tierwelt, gerade auch im festgeschrieben Korridor der neu geschaffenen Schutzwälder erhalten bleiben.

Die Situation für Mensch, Tier & Natur gleichermaßen verbessern

Um die beschriebenen Probleme zu lösen, hat Hugo Eric Louis van Lawick, der Sohn von Jane Goodall und Hugo van Lawick ausgehend von traditionellen Bootsformen einen neuartigen Bootstyp aus Fieberglas entwickelt, der ohne die Verwendung von Hartholz auskommt und bereits in geringer Stückzahl lokal in Tansania gefertigt wird. In Kombination mit einem effizienten Dieselantrieb verbraucht der innovative, strömungstechnisch optimierte Bootstyp mit einem sehr geringen Eigengewicht weniger als 20% der Treibstoffmenge, die ein herkömmliches Boot der gleichen Größe benötigt. Der verwendete Dieseltreibstoff belastet darüber hinaus im Gegensatz zum bisher verwendeten Zweitaktergemisch die Umwelt nicht durch Ölemissionen. Weitere Vorteile sind die erhöhte Sicherheit durch eingebaute Schwimmkammern sowie die leicht zu reinigende Oberfläche des verwendeten Materials, welche die Kultivierung ständigen Bakterienkulturen in den zum Fischen verwendeten Booten vermeidet und dadurch zu einer längeren Haltbarkeit der gefangenen Fische führt.

Auch das Jane Goodall Institut ist teilweise auf Boote als Transportmittel angewiesen, da der Gombe Nationalpark, aber auch eine Reihe von Projektdörfern nur über den Tanganyika See zu erreichen sind. Durch den Einsatz traditioneller Holzboote wird daher bislang zwangsläufig auch im Rahmen der Arbeit des JGI die Umwelt belastet. Darüber hinaus müssen signifikante Teile des zur Verfügung stehenden Projektbudgets für die in den letzten Jahren stark gestiegen Treibstoffkosten aufgewendet werden. Dieser Zustand ist äußerst unbefriedigend.

Ziel der Projektförderung ist es, dem Jane Goodall Institut und dem Gombe Research Center in einem ersten Schritt ein innovatives Fieberglasboot mit Dieselantrieb für die ständige Nutzung zur Verfügung zu stellen. So werden in Zukunft durch die gesparten Treibstoffkosten nicht nur mehr Mittel für die eigentliche Projektarbeit verwendbar sein, sondern auch eine regionale Innovation gefördert, die mittelfristig das Potential hat, den Nutzungsdruck auf die heimischen Harthölzer zu reduzieren. Durch die Besuche der Projektdörfer und des Gombe Nationalparks mit dem neuen Boot als Transportmittel werden die Vorteile des neuen Bootstyps außerdem unmittelbar der Bevölkerung vor Augen geführt. Fischer und Anwohner können so konkret die Vorteile des neuen Designs für Mensch, Tier und Natur erfahren. In einem zweiten Schritt soll dann darüber nachgedacht werden, wie im Rahmen von Mikrofinanzprojekten Fischern die schrittweise Umstellung auf den umweltschonenden Standard sozialverträglich ermöglicht werden kann.

Momentan müssen die Fischer für jede Ausfahrt im Durchschnitt 40 bis 50 Liter Treibstoff erwirtschaften. Mit den neuen Booten und dem umweltschonenden Antrieb würde in der Zukunft der Verbrauch auf etwa 6 bis 8 Liter sinken. Durch die Einsparungen würde sich das zur Verfügung stehende Einkommen deutlich erhöhen und gleichzeitig die Umwelt geschont werden. Das Projekt besitzt daher das Potential die Situation für Mensch, Tier & Natur gleichermaßen zu verbessern.

Das Jane Goodall Institute (JGI) ist eine weltweite Nichtregierungsorganisation, die sich für Mensch, Tier und Umwelt einsetzt. Gegründet im Jahr 1977 von der Schimpansenforscherin, Umweltaktivistin und UN-Friedensbotschafterin Jane Goodall, ist das JGI führend... [ weiter ]