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Freitag 25. Juni 2010
Internationale Walfangkonferenz gescheitert
© greenpeace

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Im marokkanischen Agadir ist in dieser Woche die internationale Walfangkonferenz gescheitert. Für die Großsäuger vielleicht nicht die schlechteste Variante, hätte eine Einigung doch die feste Einführung von Fangquoten bedeutet ...

Zwar wären die vorgeschlagenen Fangquoten niedriger als die Anzahl der Tiere gewesen, die von den Ländern Japan, Island und Norwegen jedes Jahr unter der Umgehung des geltenden Walfangmoratorium mit fadenscheinigen Hinweisen wie der „Wissenschaftlichen Forschung“ erlegt werden, doch es hätte die Gefahr bestanden, dass auch andere Länder im Nachgang der Konferenz auf eigene Fangquoten bestanden hätten.

Offiziell ist der Walfang seit 1986 Jahren international verboten, was jedoch die Walfangflotten Japans, Islands und Norwegens nicht daran hindert, weiter Wale zu töten und mit dem Fleisch der Tiere hohe Profite zu erzielen. Vor allem in Japan gilt Walfleisch als Delikatesse und wir entsprechend teuer gehandelt. Ein Kilogramm Walfilet kostet in Japan legal bis zu 20.000 Yen, was umgerechnet etwa 180 Euro sind.

Mit den Fangquoten wäre gleichzeitig ein internationales Handelsverbot in Kraft getreten, was besonders Japan und Island nicht hinnehmen wollten. Island hätte in der Folge des Kompromisses kein Walfleisch mehr nach Japan verkaufen können. Der von isländischen Walfängern erlegte Wal ist jedoch so gut wie ausschließlich für den Export nach Japan bestimmt, da die Isländer selbst kaum Wal essen.

Entsprechend heftig hatte die Walfanglobby im Vorfeld der Konferenz bereits den Kompromissvorschlag bekämpft. Nach Angaben zweier Reporter der britischen Sunday Times, die sich als Lobbyisten eines fiktiven Schweizer Milliardärs ausgegeben hatten, um angeblich die Stimmen von sechs Ländern für die IWC-Tagung zu kaufen, hätten sie erfahren, dass sie dafür mehr bezahlen müssten, als die Japaner. Auf dem australischen Fernsehsender ABC berichtete unterdessen ein ehemaliges Besatzungsmitglied der Fangflotte über den florierenden Schwarzhandel mit Walfleisch und geduldete Diebstähle von Walfleisch in großem Umfang unter den Augen des japanischen Walforschungsinstitutes.

Das ist umso brisanter, als in Japan gerade wegen des Diebstahls von 23 Kilogramm Walfleisches zwei Greenpeaceaktivisten vor Gericht stehen. Sie hatten die Menge als Beweisstück für den Schwarzhandel mit Walfleisch, den sie vor zwei Jahren aufgedeckt hatten, in ihren Besitz gebracht. Angesichts der offensichtlichen Korruption erscheint es nicht verwunderlich, dass der Chefdelegierte der internationalen Walfangkommission im Rahmen der Konferenz aus Tansania von Einladungen nach Japan berichtete, auf denen ihm Prostituierte angeboten worden seien. Vermutlich hätten die Ausflüge nach Japan offiziell im weitesten Sinne ebenfalls der „Wissenschaftlichen Forschung“ gedient.

Quellen: www.taz.de, www.tagesschau.de, www.tierschutzbund.de

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