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Samstag 03. April 2010
Chagos-Archipel: Schutzgebiet mit offenen Fragen
© Travel Beyond

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Rund um den Chagos-Archipel im Indischen Ozean hat die britische Regierung hat das größte Meeresschutzgebiet der Welt eingerichtet. In Zukunft soll deshalb auf einer Fläche von 545.000 Quadratkilometer auch die kommerzielle Fischerei verboten werden ...

Bekannt geworden sind die Chagos-Inseln, die zum British Indian Ocean Territory gehören, allerdings aus einem anderen Grund. Im Jahr 1966 verpachteten die Briten auf 50 Jahre die Insel Diego Garcia an die USA, die auf der Insel daraufhin einen ihrer größten Militär-Stützpunkte errichteten. Zwischen 1967 und 1971 wurden deshalb alle 2.000 Bewohner der Insel zwangsübersiedelt und ihnen der Zutritt in ihre alte Heimat verboten. 



Vergessenes Volk der einsamen Inseln


Seit mehr als zehn Jahren kämpfen die Insulaner, die inzwischen auf Mauritius, den Seychellen und in Großbritannien leben, um das Recht wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können. Nach jahrelangen Rechtsverfahren entschied das Oberhaus in London im Oktober 2008, dass die Insulaner nicht mehr wieder auf ihre Inseln zurückkehren dürfen. Doch die Insulaner, die als Briten EU-Bürger sind, wollen sich nicht geschlagen geben und versuchen nun den Rechtsweg über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.



Im November 2009 startete eine Gruppe von neun britischen Naturschutz- und Wissenschaftsorganisationen eine Kampagne zur Unterschutzstellung der Korallenriffe des Archipels. Für einige der Chagossians schließt die Unterschutzstellung eine Wiederbesiedelung der Inseln aus, denn die meisten Insulaner lebten vom Fischfang.



Reiche Biodiversität im Indischen Ozean 


Von internationalen Meeresbiologen wurde der Artenreichtum des Chagos Archipels oft mit dem Großen Barriere Riff in Australien oder den ekuadorianischen Galapagos Inseln verglichen. Tatsächlich ist der Archipel das größte lebende Korallenriffsystem. Hier kommen mehr als 220 Korallenspezies und mehr als 1.000 verschiedenen Rifffischarten vor. Im Schutzgebiet wäre neben dem kommerziellen Fischfang auch der Abbau von Bodenschätzen verboten. 



Für Vertreter der UK Chagos Support Association lassen die Ankündigungen Milibrands allerdings einige Fragen offen. Dazu gehöre die Frage, ob auch vorgesehen ist, die Chagossians ins marine Schutzgebiet zu involvieren und der lokalen Bevölkerung beschränkten Fischfang zu erlauben.



Einige Ureinwohner befürworten Schutzgebiet 


Doch nicht alle Chagossians stehen dem marinen Schutzgebiet negativ entgegen. Allen Vincatassin von der UK Chagos Support Association sieht die Aktion der britischen Regierung als "tapfere Entscheidung". Sollten die Chagossians wieder zurückkehren, könne man die Regeln der Schutzzone an die Menschen anpassen. 



Die Errichtung des Meeresschutzgebiets habe für Vincatassin nichts mit der Frage der Rückübersiedlung zu tun. "Es ist sinnvoll, die Inseln des Archipels zu schützen bevor jemand von einem anderen Land auf die Idee kommt, hier in großem Stil Hotels zu errichten und mit kommerziellem Fischfang zu beginnen." Das würde das Gebiet nämlich total zerstören. 


Offenes Ende des Vertrags mit den USA 


Momentan vertritt die britische Regierung die Meinung, dass eine Rückkehr der Bewohner und ihrer Nachfahren erst möglich sei, wenn keine Notwendigkeit für die weitere militärische Nutzung von Diego Garcia spricht. Zudem läuft der Vertrag für die militärische Nutzung seitens der USA noch bis 2016. Den USA wurde das Recht eingeräumt, den Vertrag um 20 Jahre zu verlängern.



Quellen: www.pressetext.at, www.derstandard.at

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