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Angeblich aus Umweltschutzgründen verweigert die botswanische Regierung der indigenen Bevölkerung den Zugang zu vorhandenen Wasserlöchern. Parallel dazu genehmigt sie den Bau einer Safari Lodge mit Swimmingpool und das Schürfen nach Diamanten ...
Obwohl der Oberste Gerichtshof Botswanas bereits 2006 die Zwangsvertreibung der indigenen Bevölkerung von ihrem Land als unrechtmäßig anerkannte, verweigert die Regierung den Rückkehrern weiterhin den Zugang zu genau den Wasserlöchern, die sie vor ihrer verfassungswidrigen Vertreibung nutzten. Damit wird das Urteil mißachtet, in dem Botswanas Gana und Gwi Buschleuten das Recht zugesprochen wurde, auf ihr angestammtes Land zurückzukehren.
Die indigene Bevölkerung, die im Reservat geblieben oder dorthin zurückgekehrt ist, sieht sich nun vielmehr wegen des Wassermangels harten und lebensbedrohlichen Umständen ausgesetzt. Dabei könnte die Situation leicht durch die Instandsetzung der Wasserlöcher in dem Reservat verbessert werden.
Dem aktuellen Bericht des US-Außenministeriums zum Stand der Menschenrechte in Botswana zufolge ist es der Mehrheit der indigenen Buschleute jedoch trotz des Urteils noch immer untersagt, in ihre zurückzukehren oder in dem Gebiet zu jagen. Aufgrund des Wassermangels sei das Resevat außerdem nahezu unbewohnbar.
Auch der Beauftragte der Vereinten Nationen für die Rechte indigener Völker verurteilt in einem aktuellen Bericht die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Buschleuten in Botswana. Die Regierung behauptet hingegen, dass die Besiedlung des Reservats durch die Buschleute und Bakgalagadi-Gemeinschaften nicht mit den Naturschutzplänen zu vereinbaren sei.
Zugleich wurden dort aber nicht nur neue Wasserlöcher für Wildtiere gebohrt, sondern dem Touristikunternehmen Wilderness Safaris auch genehmigt, in dem Reservat eine Safari-Lodge mit Swimmingpool zu eröffnen. Außerdem erteilte die Regierung einem Unternehmen die Erlaubnis, in dem Gebiet Diamantenminen zu bauen, die in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich 500 bis 1.200 neue Menschen in das Gebiet bringen werden. Fast zynisch mutet es da an, wenn sich das Unternehmen Wilderness Safaris als Naturschutzorganisation und Ökotourismusunternehmen präsentiert, welches sich nicht nur für verantwortlichen Tourismus einsetze sondern auch Afrikas spektakuläres Naturerbe zu schütze und die Gewinne mit den lokalen Gemeinschaften teile.
Der Sprecher der Buschleute, Jumanda Gakelebone, appellierte daher anlässlich des Börsengangs von Wilderness Safaris an alle Unternehmen, keine Anteile an der Lodge zu kaufen, solange die Rechte der Buschleute nicht respektiert würden und sie keine Freiheit hätten. Nichts sei schmerzlicher als in der Wüste einen Swimmingpool in unmittelbarer Nähe zu sehen, während man selber kein Wasser habe.
Es überrascht daher kaum, dass das 2009 entstandene „Kalahari Plains Camp“ gegen den Willen der ursprünglichen Bewohner auf dem angestammten Land der Gana Buschleute eröffnete. Die Buschleute haben nun rechtliche Schritte gegen die Regierung eingeleitet, um Zugang zu den Wasserlöchern zu erhalten.
Quelle: www.survivalinternational.de

