
© Eduardo Fuentes
Nach Untersuchungen des Humanökologen Peter Weish von der Wiener Universität für Bodenkultur ist die großtechnische Abscheidung von CO2 in Kraftwerken sehr viel teurer als Waldschutz ...
Die Abscheidung und Einlagerung von CO2 aus Großkraftwerken wird vor dem Hintergrund des drohenden Klimawandel zunehmend diskutiert. Ob der technische Aufwand allerdings wirklich sinnvoll ist und was für Alternativen möglich sind, gerät dabei leicht aus dem Fokus. Der Humanökologe Peter Weish von der Wiener Universität für Bodenkultur hat nun die Kosten einer solchen Abscheidung mit den Kosten für die Bewahrung eines ha Regenwaldes verglichen, dessen Zerstörung der Freisetzung von rund 600 Tonnen CO2 gleich zu setzen ist.
Die Zahlen sprechen für sich. Bei der industriellen Abscheidung bewegen sich die geschätzten Kosten zurzeit im Bereich von 50 bis 150 Euro pro Tonne. Dabei sind bei manchen Angaben noch nicht einmal Transport und Lagerung des abgeschiedenen CO2 enthalten. Die Bewahrung eines Hektars Regenwald kostet pro Tonne lediglich 0,12 Euro. Selbst im günstigsten Fall wäre die industrialisierte Abscheidung dabei immer noch mehr als 400 Mal so teuer, wie der Schutz der Urwälder.
Damit ist Ansatz der großtechnischen CO2 Abscheidung in mehrfacher Hinsicht fragwürdig. Denn bei der Abscheidung werden die Probleme der CO2-Emissionen nicht der Wurzel behandelt, sondern durch eine aufwendige 'End of pipe'-Technologie nur in den Auswirkungen gemildert. Dabei wäre es wesentlich einfacher, günstiger und aus vielen Gründen sinnvoller, die Emissionsreduzierung durch Wiederaufforstung und den Schutz der Urwälder zu realisieren. Denn im Rahmen der Waldzerstörung um Weideflächen und Anbaugebiete für Agrotreibstoffe zu gewinnen kommt es nicht nur zu Bodenerosion, Wüstenbildung und Trinkwasserverknappung, sondern auch zur Vertreibung der dort heimischen Menschen, die zum Teil sogar ermordet werden, wenn sie sich der Zerstörung ihres Lebensraums entgegenstellen.
Es bleibt zu hoffen, dass zumindest in dieser Frage am Ende nicht vorrangig wirtschaftliche Interessen über den zukünftigen Weg der CO2-Reduktion entscheiden, sondern der Verstand und der Respekt vor Umwelt und Naturvölkern.
Quelle: www.pressetext.de

