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Der Yasuní-Nationalpark ist eine der artenreichsten Regionen der Welt. In der nächsten Zeit wird sich entscheiden, ob hier in großem Stil nach Öl gebohrt werden wird ...
Seit fast drei Jahren existiert die Idee, auf die Förderung des im östlichen Teil des Yasuní-Nationalparks lagernde Öl zu verzichten. Im Gegenzug soll die internationale Gemeinschaft dafür über einen Zeitraum von 20 Jahren die Hälfte der erwarteten Einnahmen in einen Fond einzahlen. Die Summe beläuft sich pro Jahr auf etwa 350 Millionen Dollar. Gerade in Deutschland findet der Ansatz großen Zuspruch. Im Juni 2009 stellte die Bundesregierung für den Zeitraum von 13 Jahren je 50 Millionen Euro in Aussicht. Der bei der UNO angesiedelte Treuhandfond soll den Erhalt von Naturschutzgebieten, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie Wiederaufforstungsprogramme und Sozialprojekte finanzieren. Allerdings wurde der Fonds bis heute nicht eingerichtet.
Mit der Verankerung der Rechte der Natur im neuen Grundgesetz sind die Hürden für neue Öl- oder Bergbauprojekte in Naturschutzgebieten seit zwei Jahren deutlich höher geworden. Der Verzicht auf die Ausbeutung der Reserven im Yasuní-Nationalpark wäre daher in vieler Hinsicht eine sinnvolle Entscheidung. Allerdings verdichtet sich immer mehr der Eindruck, dass sich Präsident Correa die Förderoption offen halten will. Seit neuestem fordert Correa innerhalb des UNO-Treuhandfonds die Stimmenmehrheit für Ecuador. Außerdem scheint die ecuadorianische Regierung kaum etwas zu unternehmen, um die Yasuní-ITT-Initiative in Amazonien selber bekannt zu machen.
Nach sehr konkreten Verhandlungen hatte Präsident Correa Anfang Januar angedroht, mit der Ölförderung im Juni in dem artenreichen Regenwaldgebiet zu beginnen, sollte der geplante Treuhandfonds unter dem Dach des UN-Entwicklungsprogramms zu "beschämenden Bedingungen" eingerichtet werde. Die Folge war ein Eklat. Drei prominente Mitglieder aus der Regierungskommission, die seit 2009 erfolgreich für die Initiative geworben hatten, traten umgehend zurück. Neben Außenminister Fander Falconí und dem Unternehmer Roque Sevilla legte auch Yolanda Kakabadse Ihre Ämter nieder. Sie wurde inzwischen zur Vorsitzenden der Umweltstiftung WWF ernannt.
Ein Gutes hat der Eklat jedoch. Durch die Debatte der letzten Wochen ist die Yasuní-ITT-Initiative innerhalb Ecuadors erst richtig bekannt geworden. In einer aktuellen Umfrage lehnten drei Viertel der Bevölkerung die Ölförderung im Yasuní-Gebiet ab.
Quellen: www.taz.de, www.yasuni-itt.gov.ec, www.wir-klimaretter.de

