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Der US-Minenkonzern Doe Run betreibt in der kleinen peruanischen Stadt La Oroya eine Metallschmelze. Dabei nimmt er keinerlei Rücksicht auf die Umwelt und die Gesundheit der Mitarbeiter und Anwohner ...
3500 Arbeiter beschäftigt der Konzern in der Bergbaustadt. Noch einmal so viele Menschen hängen indirekt von den Raffinerien für Blei und Kupfer ab. Auch wenn das Management behauptet, dass nach der Übernahme der Anlage im Jahr 1997 die giftigen Emissionen "dramatisch reduziert" worden seien, sprechen medizinische Studien eine ganz andere Sprache. Auch die Untersuchungen der Umweltorganisation „Blacksmith Institute“, die Boden- Wasser- und Luftproben aus der Region auswertete brachte andere Ergebnisse ans Licht und führte dazu, dass die Stadt La Oroya, 2006 zur schmutzigsten Stadt Lateinamerikas gekürt wurde.
Trotzdem hat der US-Konzern durch massiven Druck die Verabschiedung eines weiteren Aufschubs zur Umsetzung der Umweltauflagen im peruanischen Kongress erreicht. Für die Bewohner bedeutet dies, dass „Doe Run Perú Menschen und Umwelt weitere 30 Monate lang vergiften" darf, wie Moisés Galarza von der "Bewegung für die Gesundheit in La Oroya" erklärt.
Trotz gewaltiger Gewinne, die das Unternehmen bis Ende Oktober 2008 durch die hohen Preise für Industriemetalle auf dem Weltmarkt gemacht hatte, erfüllten die Manager die vereinbarten Ziele für verbesserte Umweltstandards nicht. Nun wollen Sie aufgrund der Finanzkrise nicht nur die Auflagen nicht mehr erfüllen, sondern fordern zusätzliche Staatskredite oder sogar den Verzicht ihrer Lieferanten auf offene Zahlungen in Höhe von 150 Millionen Dollar.
Quelle: www.spiegel.de

