Der jahrelange Kampf von Umweltschützern und samischen Rentierzüchtern hat zu einem Zwischenerfolg geführt. In Nordfinnland soll der lappländische Urwald 20 Jahre lang nicht mehr abgeholzt werden ...
Auf einer Fläche von 13.000 Hektar wird nach einer Entscheidung des staatlichen Forstamt Metsähallitus im Norden Finnlands in den kommenden 20 Jahren keine Abholzung des Waldes mehr erfolgen. Zwar ist damit noch nicht klar, wie künftig mit den Urwäldern in Finnisch-Lappland umgegangen wird, doch das Moratorium ist ein vorläufiger Sieg für Finnlands Umweltschützer. Sie hatten mit einem Verbraucherboykott gedroht und dadurch den teilstaatlichen Papierkonzern Stora Enso dazu bewegt, kein Holz aus der Sami-Region Inari mehr zu beziehen.
Als nächsten Schritt wollen die Aktivisten und Umweltschützer darauf dringen, dass auch die Urwälder im Gebiet Inari, die von anderen Sami-Rentiergemeinden genutzt werden, künftig nicht mehr abgeholzt werden dürfen. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Fläche von 85.000 Hektar Wald. Mit dem Abholzen der lappländischen Urwälder verschwinden nicht nur unwiederbringliche Naturwerte, sondern mit den Flechten auch die Nahrung für Rentiere. Damit werden Kultur und Existenz der samischen Völker zerstört.
Quelle: www.taz.de

