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Freitag 15. Mai 2009
Emissionen: Warten schränkt Handlungsoptionen ein
© tb

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Weniger als ein Viertel der nachgewiesenen Vorkommen fossiler Brennstoffe kann bis zum Jahr 2050 noch verbrannt werden, wenn die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt werden soll ...

Das geht aus einer Studie hervor, die in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“ erscheint. Für die Studie wurde erstmals berechnet, welche Menge Treibhausgase von heute bis zum Jahr 2050 in die Atmosphäre entlassen werden kann, ohne das Risiko einer Erwärmung von mehr als zwei Grad Celsius über den vorindustriellen Wert zu erhöhen. Dieses Ziel wird von mehr als 100 Ländern weltweit angestrebt. Damnach können zwischen den Jahren 2000 und 2050 nur noch eintausend Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen werden. In den vergangenen neun Jahren wurde davon bereits ein Drittel emittiert.

„Wenn wir fossile Brennstoffe weiter so verbrauchen wie bisher, wird das Kohlenstoff-Budget in nur zwanzig Jahren aufgebraucht sein und die Erwärmung würde weit stärker ausfallen als zwei Grad“, sagt Malte Meinshausen, Leitautor der Studie und Klimaforscher am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. An dem dreijährigen Forschungsprojekt waren Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz beteiligt.

Selbst bei Erfolg höhere Temperaturschwankungen als je zuvor
Wenn das Risiko einer Erwärmung von mehr als zwei Grad auf 25 Prozent begrenzt werden soll, müssen die Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 um mehr als 50 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden, ergaben die Berechnungen. „Nur mit einer schnellen Abkehr von den fossilen Brennstoffen haben wir gute Chancen, eine deutliche Erwärmung zu vermeiden. Dabei sollte man nicht vergessen, dass ein Anstieg der globalen Mitteltemperatur um zwei Grad weit über die natürlichen Temperaturschwankungen hinausgehen würde, die das Leben auf der Erde erlebt hat, seit es uns Menschen gibt“, sagt Meinshausen.

Für die Berechnungen wurde ein effizientes Computermodell eingesetzt, das die Wirksamkeit sämtlicher Treibhausgase, Luftschwebstoffe und gasförmiger Luftverschmutzung berücksichtigt. Mit diesem umfassenden Ansatz geht die Studie einen Schritt weiter als bisherige Untersuchungen.

Ihre Ergebnisse sind von Bedeutung für die internationalen Verhandlungen über Klimaabkommen. “Unsere Studie stützt sich auf die zahlreichen Forschungsarbeiten, die in die Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change eingeflossen sind. Sie zeigt sehr deutlich, dass wir für das Erreichen des 2°-Ziels, das viele Länder anstreben, schnell handeln müssen, um dem in unserer Grafik blau dargestellten Entwicklungspfad und nicht dem roten zu folgen“, sagt Sarah Raper, Koautorin von der britischen Manchester Metropolitan University.

„Mit jedem Jahr Verzögerung zehren wir mehr von unserem Emissionsbudget, schränken unseren Handlungsspielraum weiter ein und erhöhen das Risiko gefährlicher Auswirkungen“, so Reto Knutti, Koautor von der schweizerischen Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

Quelle: www.sonnenseite.com

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