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Montag 20. April 2009
Musterprojekt im Grenzgebiet
© cbm

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Im Grenzgebiet zwischen China, Laos und Myanmar wird ein Gebiet, in der es kaum noch Reste des Regenwaldes gibt, nachhaltig genutzt. Eine ganze Region soll dadurch eine neue Perspektive erhalten ...

Im Grenzgebiet zwischen China, Laos und dem heutigen Myanmar ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Regenwälder, die noch vor 50 Jahren die Hänge bedeckten, mussten zunächst Opiumfeldern und später endlosen Gummibaumplantagen weichen. Totenstille herrscht im Einheitsgrün der Plantagen. Hier singt kein Vogel mehr, hier lebt kaum noch ein Insekt.

Seit kurzer Zeit arbeiten Umweltschützer in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Forstministerium, der im schwäbischen Ludwigsburg ansässigen Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International (NLI), und dem TianZi-Centre gemeinsam daran, die letzten Reste des ehemaligen Regenwaldes zu erhalten und Flächen, auf denen früher vor allem Opium angebaut wurde, wieder aufzuforsten. Unter anderem kultivieren sie dort die Goldorchidee, die nur auf Bäumen wächst. Ein Kilo getrockneter Blüten bringt umgerechnet rund tausend Euro auf dem chinesischen Markt.

Um das Projekt langfristig auf eine feste Basis zu stellen, sollen die Flächen nachhaltig genutzt werden. Dazu wurden im ersten Jahr zwischen den Tee-Baum Setzlingen, Zimt- und Maulbeerbäumen ebenfalls rund hundert heimische Baum- und Straucharten gepflanzt. Dabei wird nach der Rainforestation-Farming-Methode gearbeitet. Sie verbindet in den Tropen kleinräumige Landwirtschaft und umweltschonenden Waldbau. Zwischen den frisch gepflanzten Bäumchen kultivieren die Dai, eine hier ansässige ethnische Minderheit, heute bereits heimische Kräuter, Gewürze und Medizinpflanzen. Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind dabei tabu. Später kommen die Erträge der Tee- und Zimtpflanzen hinzu und in etwa zehn Jahren werden die ersten Hölzer geschlagen und verkauft. Dann aber selektiv und ausgewählt, so dass der Bestand zu keinem Zeitpunkt gefährdet ist.

Inzwischen sind die ersten Tiere zurückgekehrt. Schmetterlinge und Wildbienen schwirren umher, Vögel verstecken sich im frischen Grün und auf sonnigen Steinen liegen Eidechsen und Pythons. Das Projekt soll nicht nur die Armut in der Region bekämpfen, sondern auch der Landflucht entgegenwirken und außerdem die Bodenerosion verhindern. Wenn alles weiterhin funktioniert, werden nebenbei auch noch Artenvielfalt und sogar das Klima geschützt. 

Quelle: Natur+Kosmos

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