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Samstag 28. Februar 2009
Shrimps: Verheerende Delikatessen
© tb

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Shrimps sind ein Luxusartikel, den sich heute fast jeder leisten kann. Doch den wirklichen Preis zahlen nicht die Konsumenten an der Supermarktkasse, sondern die Küstenbewohner Asiens, Afrikas & Lateinamerikas...

Sie sind sexy, sie sind gesund, sie sind chic, behauptet die Werbung: Tropische Shrimps. Ein Luxusartikel, den sich heute fast jeder leisten kann, denn die Billig-Shrimps aus industrieller Züchtung gibt es längst in jedem Supermarkt. Denn den wirklichen Preis zahlen nicht wir KonsumentInnen in den Industrienationen, sondern die Bevölkerung an den Küsten Asiens, Lateinamerikas und Afrikas.

Um die wachsende Nachfrage nach der rosa Delikatesse zu befriedigen, werden überall an den tropischen Küsten gewaltige Flächen Mangrovenwald abgeholzt und Menschen vertrieben, um Shrimpszuchtbecken anzulegen. Mit den Mangroven verschwindet dort ein Ökosystem, das zu den produktivsten der Erde gehört und die Existenzgrundlage der Küstenbevölkerung bildet. Verschmutzte Gewässer, vergiftete und versalzene Böden, Erosion und Schwinden der Fisch- und Muschelbestände, von denen die Dorfgemeinschaften der Küste leben, sind nur einige Folgen der intensiven Shrimpszucht. Die betroffene Bevölkerung wird kaum am Gewinn dieser für den Export produzierenden Industrie beteiligt, und verliert darüber hinaus ihre traditionelle Ernährungs- und Existenzgrundlage: Verelendung der Dörfer, Vertreibung und Migration sind das Ergebnis einer wirtschaftlichen Entwicklung, die in den siebziger Jahren als ”Blaue Revolution” gelobt wurde und neue Einkommensquellen schaffen sollte. Doch die gravierenden ökologischen Schäden und sozialen Konflikte sprechen eine deutliche Sprache: Um bei uns ein überflüssiges Nahrungsmittel mehr auf den Markt zu bringen, werden in den Erzeugerländern überlebenswichtige Ressourcen zerstört.

Im Kampf um ihr Überleben haben sich Kleinfischer und Muschelsammlerinnen in vielen der betroffenen Ländern zu Basisorganisationen zusammengeschlossen. Damit die Zerstörungen und Menschenrechtsverletzungen durch die Shrimpsindustrie gestoppt und Alternativen entwickelt werden können, ist jedoch eine breite internationale Unterstützung notwendig – denn trotz der hohen chemischen Belastung vieler Shrimps, hält der Boom der rosa Delikatesse bisher unvermindert an.

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Quelle: www.fian.de