
© John Broemstrup
Ohne Gegenstimmen hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Recht auf sauberes Wasser als Menschenrecht anerkannt. Eine Entscheidung mit Symbolcharakter, die allerdings nicht einklagbar ist ...
Bolivien hatte die Resolution, Wasser als eines der kostbarsten Güter in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufzunehmen, vorgelegt. Unterstützt wurde der Antrag von weiteren 33 Staaten. In der Abstimmung UN-Vollversammlung entschieden sich schließlich 122 der anwesenden Vertreter für den Antrag Boliviens. Die Erklärung der Menschenrechte ist allerdings völkerrechtlich nicht verbindlich. Einklagbar ist der Anspruch auf sauberes Wasser daher nicht einmal in den Unterzeichnerstaaten. Der symbolische Wert der Entscheidung ist trotzdem nicht zu unterschätzen.
Weltweit sterben jedes Jahr durch verschmutztes Wasser mehr Menschen als an Aids, Malaria und Masern zusammen. Die meisten der Opfer sind Kinder unter fünf Jahren. Bei ihnen sind Durchfallerkrankungen in Folge von verseuchtem Trinkwasser die zweihäufigste Todesursache. In immer mehr Regionen der Welt führt die Verknappung der Ressource Wasser daher zu gewaltätigen Auseinandersetzungen. Inzwischen ist auch im südlichen Europa die fortschreitende Versteppung von Landstrichen ein Problem, wie man es vor wenigen Jahrzehnten nur aus Asien oder Afrika kannte.
Für Maude Barlow, die Gründerin des in Kanada beheimateten "Blue Planet Project" ist das Recht auf sauberes Trinkwasser daher eine logische Ergänzung der 1948 beschlossenen Menschenrechte. Ihrer Meinung nach ist der fehlende Zugang zu der lebenswichtigen Ressource aktuell die größte Menschenrechtsverletzung. Das "Projekt für einen blauen Planeten" engagiert sich für den Schutz und für eine gerechtere Verteilung der weltweiten Wasserressourcen. Vor zwei Jahren hatte die Organisation eine internationale Kampagne initiiert, um das Recht auf sauberes Wasser durch eine UN-Resolution anzuerkennen.
Quellen: www.spiegel.de, www.zeit.de, www.dw-world.de

