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Ursprünglich war das Nigerdelta mit seinem Labyrinth aus Wasseradern und Mangroven ein regelrechtes Paradies für viele Tiere- und Pflanzenarten. Über 50 Jahre Ölförderung haben aus dem Gebiet inzwischen eine verseuchte Todeszone gemacht ...
Seitdem in Nigeria Öl gefördert wird, strömen jedes Jahr zehntausende Tonnen Rohöl ins Nigerdelta. Das entspricht in etwa der Menge, die bei dem Tankerunglück der Exxon Valdez vor der Küste von Alaska auslief. In Nigeria gehört diese Katastrophe allerdings zum Alltag. Eine Mischung aus völlig veralteten, das Delta durchkreuzenden Ölpipelines und Öldiebstählen führt dazu, dass es im Monat zu durchschnittlich 40 Havarien kommt. Außerdem führt das massive Abfackeln von Erdgas zur Belastung der Luft durch krebserregende Schwermetalle und Treibhausgase.
Vor allem Shell steht wegen des Austretens von vielen Millionen Liter Erdöl, die in den vergangenen Jahren Land und Wasser verseucht haben, immer wieder in der Kritik. Ist der Konzern doch für 40% der geförderten Menge in Nigeria verantwortlich. Zwar baut Shell in den betroffenen Gebieten Schulen und Krankenhäuser und beteiligte sich in der Vergangenheit auch an der Reinigung verseuchter Böden, doch angesichts der etwa 600 Milliarden Dollar, die seit Beginn der Ölförderung im Nigerdelta von der gesamten Ölindustrie erwirtschaftet wurden wirkt das Engagement des Ölmultis kaum anders, als ein schwaches Alibi.
Shell trifft jedoch nicht alleine die Schuld für das Desaster. Viel schwerer wiegt die Verantwortungslosigkeit der nigerianischen Regierung, die an allen nationalen Töchtern der im Delta aktiven Ölkonzerne zu 50% beteiligt ist. Alleine aufgrund der Eigentumsverhältnisse wäre es für die Regierung also ein Leichtes, die Firmen zur Einhaltung von Umweltstandards zu zwingen. Doch trotz der offensichtlichen Katastrophe passiert – nichts. Und während die Bürgern Nigerias und die Bewohnern des Nigerdeltas von den Bodenschätzen ihres Landes nur eine verseuchte Umwelt haben, verdient das Kartell der Verantwortungslosigkeit aus Ölkonzernen und der korrupten nationalen Elite weiter auf Kosten von Menschen und Umwelt.
Quellen: amnesty international, www.dw-world

