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Das Pop Projekt Band-Aid war die bisher weltgrößte öffentliche Hilfsaktion. Laut einem aktuellen Bericht der BBC landete jedoch ein Teil der Spenden in dunklen Kanälen und wurde für Waffenkäufe verwendet ...
Bei dem Benefizkonzert Live Aid kamen 1985 Hunderte von Millionen Dollar für die Hungernden Äthiopiens zusammen. Der Rebellenführer der damaligen Befreiungsfront von Tigray berichtete nun der BBC, dass fast hundert Millionen Dollar an Hilfsgeldern bei der Befreiungsfront gelandet und statt für Hilfsgüter für Waffen ausgegeben worden seien. Gestützt wird die Aussage von einem früheren TPLF-Offizier, der inzwischen in den Niederlanden im Exil lebt. Auch in jüngst veröffentlichten CIA-Dokumenten heißt es, dass ein Teil der Spendengelder, die von den Aufständischen für Hilfsoperationen akquiriert worden waren, mit großer Sicherheit für militärische Zwecke abgezweigt wurden.
Experten hatten bereits damals leise Kritik an der Vorgehensweise geübt, da nur ein kleiner Teil Äthiopiens von der Dürre betroffen war, während in anderen Landesteilen die Bauern beträchtliche Überschüsse erzielt hatten. Der öffentliche Einsatz der Popstars in Verbindung mit den bestürzenden Bildern ließ in jenen Wochen allerdings keine Debatte über Effizienz sowie Sinn und Unsinn von ausländischer Hilfe aufkommen.
Damit ist Äthiopien beileibe kein Einzelfall. Gerade in der Nothilfe wiederholen sich immer wieder die gleichen Fehler. Nach jeder größeren Katastrophe strömen Hunderte von NGO´s denen es an Erfahrung, Koordination und Infrastruktur mangelt, in die Katastrophenregionen. Dort verlassen sie sich zwangsläufig auf lokale Zwischenhändler und vermeintliche Spezialisten von ungewisser Qualität. So gesehen ist Äthiopien ein Paradebeispiel für die fehlerhaften Mechanismen der globalen Hilfsindustrie. Die Kombination von aufrüttelnden Bildern und medialer Aufmerksamkeit mobilisierte damals Tausende von Helfern, die unvorbereitet ins Land eilten und dort häufig ohne Kontrollen agierten.
Quellen: www.spiegel.de, www.sueddeutsche.de

