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Mittwoch 13. Januar 2010
Indien: Säuberungsprogramm für den Ganges
© Arindam Banerjee

© Arindam Banerjee

Hindu-Pilger erhoffen sich von einem Bad im heiligen Strom seelische und körperliche Reinigung. Doch Indiens größter Strom ist ein Kloake voller Müll und Kadaver ...

Geht es nach der Hindu-Mystik, so wäscht ein Bad im Ganges die Badenden von ihren Sünden rein. Allerdings ist das Wasser des Flusses so sehr verschmutzt, dass Premierminister Manmohan Singh persönlich die Säuberung des Stromes angeordnet hat. Mit einem Kredit von einer Milliarde Dollar wird sich die Weltbank an dem Vorhaben beteiligen. Die indische Regierung plant zusätzliche Kosten in Höhe von weiteren drei Milliarden Dollar zu übernehmen. Bis zum Jahr 2020 soll der Ganges dank moderner Kläranlagen wieder sauber sein wie im indischen Abschnitt des Himalaja.

Das Programm ist wegen des Bevölkerungswachstums und des Wirtschaftsbooms in Indien dringend notwendig. Bisher verdrecken die nur mangelhaft gereinigten Abwässer von Großstädten und Industrieanlagen den Fluss, in dessen Einzugsbereich über 400 Millionen Menschen leben. Zwar gibt es alleine in der Stadt Varanasi drei Kläranlagen und ein elektrisch betriebenes Krematorium, doch die Masse der Abwässer und immer wieder auftretende Stromausfälle verhindern eine gründliche Reinigung der Abwässer.

Allerdings ist der Ganges in Varanasi bereits durch die industriellen Einleitungen der Millionenstadt Allahabad weiter flussaufwärts stark verunreinigt. Bis zu 100.000 krankmachende Keime pro hundert Milliliter Wasser enthalten die Wasserproben vor Varanasi. Etwas weiter flussabwärts liegen die Werte sogar bei bis zu zwei Millionen Keimen.  Dabei liegt auch in Indien der theoretische Grenzwert für Badequalität des Umweltministeriums in Delhi bei unter 500 Keimen.

Quelle: www.spiegel.de

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