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Weil zwei tunesische Schiffskapitäne 44 afrikanische Boat People retteten, sollen sie nun in Italien ins Gefängnis. Wegen angeblichen Widerstandes gegen die Staatsgewalt wurden die beiden zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt ...
Am 8. August 2007 hatten die Kapitäne der beiden tunesischen Schiffe "Morthada" und "Mohamed El Hedi" in der Straße von Sizilien 40 Seemeilen vor Lampedusa, 44 Flüchtlinge aus dem Sudan, Eritrea, Äthiopien und Marokko aus einem havarierten Boot gerettet. Nach dem Absetzen eines Notrufes steuerten die beiden Kutter den nächsten Hafen an, um die geschwächten Flüchtlinge so schnell wie möglich an Land zu bringen. Dabei ignorierten die Kapitäne das Verbot der italienischen Behörden, einen italienischen Hafen anzulaufen und unterliefen zudem die Versuchte der italienischen Marine, sie dabei zu behindern.
Nach zwei Jahren Prozessdauer wurden nun zwar die fünf Besatzungsmitglieder von dem Vorwurf der Schleuserei freigesprochen, doch die beiden Kapitäne wurden wegen des Vorwurfes, Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet zu haben, verurteilt. Vor gut einem Monat hatte es vor dem gleichen Gericht einen glatten Freispruch für Elias Bierdel und Stefan Schmidt gegeben, die auf der "Cap Anamur" im Sommer 2004 unter ähnlichen Umständen 37 Afrikaner aus Seenot gerettet hatten. Diese hatten die Schiffbrüchigen ebenfalls gegen den Willen Italiens in den sizilianischen Hafen Porto Empedocle gebracht. Das internationale Seerecht schreibt die Rettung von Menschen aus Seenot vor.
Quellen: www.taz.de, www.borderline-europe.de

