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Mittwoch 01. Juli 2009
Brasilien: Legalisierung des Landraubes
© mikadx

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Der brasilianische Präsident Lula schockiert Umweltgruppen durch ein Gesetz zur Legalisierung des Landraubes durch Großfarmer und Spekulanten. Über eine halbe Million Quadratkilometer des Amazonasgebietes werden dadurch privatisiert ...

Der frühere Gewerkschafter und amtierende Präsident Brasiliens bezieht damit klar Position für die Agrarlobby, die im Großen Stil durch Sojaplantagen und Vieherden zur Zerstörung des Regenwaldes beiträgt. Die Fläche der illegal besetzten Ländereien ist doppelt so groß wie Deutschland. Jetzt werden die Zerstörer des Regenwaldes auch noch belohnt, indem sie die besetzten Flächen als Eigentum erwerben können – und dafür staatliche Kredite beantragen können. Absurderweise stellt Lula damit Kleinbauern und illegal agierende Großunternehmen auf eine Stufe, auch wenn die Preise für den Erwerb von kleinen Parzellen deutlich geringer ausfallen. Gerade die großen Ländereien machen jedoch mehr als zwei Drittel der gesetzeswidrig besetzten Fläche aus. Außerdem werden die Kleinbauern zunehmend von den Großgrundbesitzern verdrängt.

Die frühere Umweltministerin Marina Silva ist von dem Gesetz schockiert. Durch die nachträgliche Legalisierung des Landraubes und die Ausstellung von Besitztiteln werde auch für die Zukunft ein Zeichen gesetzt. Die Botschaft, so Silva, sei klar. Wer heute illegal Land besetze, könne auch künftig mit einer Legalisierung rechnen.

Quelle: www.taz.de

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