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Sonntag 14. Juni 2009
Madagaskar: Holzmafia nutzt politisches Chaos
© mjt

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Seit Anfang des Jahres herrscht in Madagaskar politisches Chaos. Ein gutes Geschäft für die skrupellose und gut organisierte Holzmafia, die Millionen mit dem Raubbau an den Regenwäldern verdient ...

In den dichten und schwer zugänglichen Regenwäldern im Nordosten Madagaskars existieren noch Harthölzer wie Rosenholz, Palisander und Ebenholz, die weltweit fast restlos ausgerottet sind. Dabei sind von der ursprünglichen Waldfläche Madagaskars heute nur noch weniger als zehn Prozent erhalten. Seit einiger Zeit sind laut einer offiziellen Mitteilung jedoch "Gangs schwer bewaffneter Männer unterwegs, um im großen Stil Edelhölzer zu schlagen". Anfang April musste die Parkverwaltung den Nationalpark Marojejy, einen als Weltkulturerbe geschützten Nebelwald aufgrund der „absoluten Gesetzlosigkeit in der Region“ schließen.

Auf Madagaskar stehen fast 5 Millionen Hektar Regenwald unter Naturschutz. Etwa die gleiche Fläche ist unberührter Primärregenwald. Doch auch der WWF musste in den letzten Monaten seine Mitarbeiter aus vielen Regionen abziehen. Die gut organisierte Holzmafia bedroht das Leben der Umweltschützer und ihrer Mitarbeiter, während die lokale Polizei machtlos ist.

Schätzungen gehen davon aus, dass seit Anfang des Jahres Holz im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar illegal außer Landes geschafft worden ist. Der lukrative Handel wird vor allem durch spezialisierte Syndikate aus China kontrolliert, deren Verbindungen bis in höchste Regierungskreise reichen. Mit Hilfe gefälschter Ladepapiere wird die Herkunft des Holzes umdeklariert bevor es verschifft wird. Was die Holzmafia beginnt, vollenden Siedler. Sie folgen den neuen, tief in die Wälder geschlagenen Straßen und zerstören den bislang unberührten Regenwald weiter.

Madagaskar ist einer der weltweit bedeutendsten Biodiversitäts-Hotspots. Mehr als 95 Prozent der hier vorkommenden 200.000 Tier- und Pflanzenarten gibt es an keinem anderen Ort der Welt.

Quelle: www.taz.de

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