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Schule, Ausbildung, Beruf - soll das alles gewesen sein? Einige sehen das anders. Sie sind jung und wollen die Welt kennenlernen. Es gibt noch so viel, was sie nicht gesehen haben, was sie ausprobieren wollen, ehe die "Tretmühle" beginnt...
Sie gehen für ein Jahr nach Afrika, Asien oder Lateinamerika, um dort anzupacken, wo es notwendig ist. In Kinderheimen oder Schulen wollen sie helfen, die Welt zu verbessern. "Die Freiwilligen" erzählt ihre Geschichte - eine Geschichte von Heimweh und Abenteuerlust, von verlorenen Illusionen und gewonnenen Erfahrungen, vom Erwachsenwerden in einem unbekannten Land mit fremder Kultur.
Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen fünf junge Frauen und Männer, die für ein Freiwilliges Soziales Jahr ins Ausland gehen, oft in Entwicklungsländer. Die meisten von ihnen sind noch eher etwas naiv und gleichzeitig voller Illusionen. Sie werden getragen von dem Wunsch, zu helfen und die Welt zu verändern. Sie wollen aber auch eine neue Kultur, eine neue Sprache, eine andere Gesellschaft und Mentalität kennenlernen. Sie landen in einer Welt, auf die sie ihr bisheriges Leben in der "ersten Welt" nicht vorbereitet hat. Gestern schmierte ihnen die Mutter noch die Pausenbrote, heute stehen sie in Mosambik oder Indien vor einer Klasse aus 30 Schülern, denen sie Englisch beibringen sollen.
Wie reagiert jemand, dem die Kinder im Heim auf der Nase herumtanzen, und der nicht weiß, wie er sie wieder in den Griff bekommt? Wie viel möchte er aufgeben, von dem, was er selbst gelernt hat? Soll er Kinder schlagen, so wie es im Land üblich ist? Oder gibt es einen anderen - einen dritten Weg, irgendwo dazwischen? Was soll er tun, wenn er jetzt Verantwortung trägt für andere Menschen, wo er doch zu Hause nur Verantwortung über das eigene Taschengeld hatte?
Für die Freiwilligen wird es ein Jahr der Bewährungen. Es gibt Momente der Verzweiflung, in denen die Probleme sie beinahe überfordern. Aber es gibt auch Momente großen Glücks, wenn sie sich Respekt erkämpft haben und sich sicher sind, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und schließlich gibt es neben der Arbeit auch die Schönheit von Landschaften und von Städten, diese fremde Welt, die sie entdecken, deren Bilder sie nie wieder verlieren.
Zuhause bleiben die Eltern, denen es schwerfällt, die Kinder ziehen zu lassen. Gestern haben sie noch Gutenacht-Geschichten gelesen - heute wollen die Kinder raus, die Welt entdecken. Wenn die Kinderzimmer leer sind, beginnt auch für die Erwachsenen ein neues Leben und sie müssen lernen, es neu zu gestalten. Manchmal kommt noch ein Brief aus der Fremde oder die Kinder finden einen Weg in ein Internetcafé, um sich mit einer Videobotschaft zu melden.
Der Film erzählt ein ganzes Jahr, beginnend mit dem Aufbruch in Deutschland über die Ankunft und die ersten Schritte in der Fremde. Die Schwierigkeiten, sich in den neuen, fremden Alltag einzufinden, die manchmal widersinnigen Gesetze und Traditionen zu respektieren, die Probleme bei der Arbeit.
Für die Freiwilligen wird es ein Jahr, in dem sie viele Illusionen verlieren - über die Welt, die Menschen in ihr und über sich selbst. Zurückkommen aber werden sie als andere Menschen. Und ihre Erfahrungen werden sie prägen: bei der Berufswahl, im Umgang mit ihren Mitmenschen wie in ihrem gesellschaftlichen und politischen Handeln.
Samstag, 21. Februar 2009 um 18.05 Uhr
Wiederholungen:
Donnerstag, 05.März 2009 um 10.45 Uhr
Sonntag, 08.März 2009 um 05.00 Uhr
Die Freiwilligen - Ein Jahr für die Welt
(Deutschland, 2008, 52mn)
SWR, Regie: Andreas Pichler, Caroline Goldie
Quelle: www.arte.de

