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Samstag 02. August 2008
Ethanolherstellung bedroht Flußdelta in Kenia

© TBK

20.000 Hektar des großen Tana-Flussdeltas sollen abgeholzt und in eine Zuckerrohrplantage umgewandelt werden...

Vor kurzem bestätigte die kenianische Regierung ein Entwicklungsprojekt zur Produktion von Agrosprit, Ethanol. 20.000 Hektar des ökologisch einmaligen 130.000 Hektar großen Tana-Flussdeltas sollen abgeholzt und in eine Zuckerrohrplantage umgewandelt werden. Weil diese Monokulturen große Mengen an Wasser und Pestizide benötigen ist auch der Rest des artenreichen Tana-Deltas betroffen. Über 350 im Delta heimische Tierarten sind bedroht, auch Löwen, Flusspferde, Elefanten und Affen.

Das gleiche gilt für die einheimische Bevölkerung der Region. Die Zuckerrohrmonokultur werde den lokalen Bauern und Viehzüchtern während der Trockenzeit das Wasser abgraben, fürchtet das Kenya Wetlands Forum und fordert einen Stopp des zerstörerischen Projekts, das von der Mumias Sugar Company und der staatlichen Tana- und Athi River-Entwicklungsagentur ausgeheckt wurde und nun die Existenz und Einkommen von zu 30.000 Menschen bedroht.

'Wir können das Feuchtgebiet doch nicht kaputt machen, nur weil wir Biotreibstoff und Zucker brauchen', warnt die kenianische Friedensobelpreisträgerin und Umweltschützerin Wangari Maathai. Außerdem heizt die Abholzung und Trockenlegung von Feuchtgebieten das globale Klima an. Internationale Forscher warnen erst vor kurzem insbesondere vor der Zerstörung von Feuchtgebieten in den Tropen. Das Trockenlegen von tropischen Sumpfwäldern setze je Hektar 40 Tonnen Kohlenstoff pro Jahr frei. Zwar hat vor einigen Tagen ein kenianisches Gericht einer einstweiligen Verfügung gegen das Agrarenergieprojekt im Tana-Delta stattgegeben, doch die Regierung hält weiter daran fest.

Quelle: Rettet den Regenwald e.V.